Eigentlich war es eine einfache Aufgabe: Den Faxempfang eines Multifunktionsgerätes vom direkten Papierausdruck auf eine „Send-to-PC“-Funktion umstellen. Die Einstellung am Gerät war schnell durchgeführt, die Software schnell installiert.

Nun: Bevor wir eine Aufgabe abschließen, testen wir die Funktionalität. 1) Also: Testfax versenden: klappt nachwievor. 2) Testfax empfangen – und der Versendende bekommt nur ein Besetztzeichen zu hören. Testanruf vom Handy: Verbindung nicht möglich. Testanruf von einem Festnetztelefon: „Dienst oder Dienstmerkmal nicht verfügbar“. Moment – das klingt nach einem ISDN-Problem. Und tatsächlich, das Fax hängt an einer Eumex-Anlage, ist also gar nicht analog am Telefonnetz angeschlossen. Die Vermutung liegt nahe: Dieser Port der Anlage ist als reiner Faxport definiert.

Nach einiger Überzeugungsarbeit – der Kunde sagt von seinem Standpunkt aus richtig, es seien doch immer schon Faxe angekommen, das könne gar nicht an der Telefonanlage liegen – dürfen wir doch an die Telefonanlage und den Port auf „Kombigerät“ umstellen. Und siehe da: alles klappt so, wie es klappen soll.

Eigentlich ist die Typkennung ja eine sinnvolle Eigenschaft eines ISDN-Systems: z. B. keine die Übertragung störenden Anklopftöne  etc. – wenn sie denn konsequent überall eingehalten wäre. Da jedoch die meisten Faxgeräte an Anschlüssen hängen, die als Telefone definiert sind, können diese, je nach „Intelligenz“ der jeweilign TK-Anlage, die Faxe nicht versenden und banale Tests mit Telefonen führen zu den beschriebenen Fehlermeldungen.

Die unschöne, jedoch beste Lösung ist es offensichtlich, die Anschlüsse zu Kombianschlüssen zu definieren. Dann werden sowohl Verbindungen mit Fax- als auch mit Telefonkennung durchgeleitet und es funktioniert.