{"id":2051,"date":"2024-11-09T12:33:52","date_gmt":"2024-11-09T11:33:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.imagmbh.de\/?p=2051"},"modified":"2024-11-09T12:46:54","modified_gmt":"2024-11-09T11:46:54","slug":"cloud-was-sie-kann-was-sie-nicht-kann-und-was-von-ihr-erwartet-wird-eine-ansammlung-von-missverstaendnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.imagmbh.de\/index.php\/cloud-was-sie-kann-was-sie-nicht-kann-und-was-von-ihr-erwartet-wird-eine-ansammlung-von-missverstaendnissen\/","title":{"rendered":"Cloud &#8211; was sie kann, was sie nicht kann und was von ihr erwartet wird: Eine Ansammlung von Missverst\u00e4ndnissen"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Die Cloud&#8220;, hier eigentlich die Nutzung von Cloud-Speichern zur Synchronisation von Datenbest\u00e4nden, ist schon praktisch. Ein Foto, ein Dokument auf einem Endger\u00e4t erzeugt oder ver\u00e4ndert und &#8230; schwups &#8230; schon ist es auf allen anderen angeschlossenen Endger\u00e4ten. Das wird erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Und in der Realit\u00e4t? Vorweg: Die nachfolgenden Beschreibungen beziehen sich nicht auf einen Anbieter oder ein Produkt. Es handelt sich um eine grunds\u00e4tzliche Betrachtung, die in den Auswirkungen auf alle Anbieter und Produkte zutrifft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie arbeitet die Cloud<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Grundprinzip einer Cloud-L\u00f6sung ist einfach:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Auf dem lokalen Rechner l\u00e4uft im Hintergrund ein Programm.<\/li>\n\n\n\n<li>Auf dem Rechner sind Dateien, die zum Cloud-Dienstleister hochgeladen werden sollen<\/li>\n\n\n\n<li>Das Programm \u00fcberpr\u00fcft regelm\u00e4\u00dfig, ob sich Dateien gegen\u00fcber der letzten \u00dcberpr\u00fcfung ge\u00e4ndert haben oder neu hinzugekommen sind und l\u00e4dt diese Dateien in die Cloud hoch.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Programm fragt dann in der Cloud nach, ob dort vielleicht neuen oder ge\u00e4nderte Dateien vorliegen und l\u00e4dt diese dann runter.<\/li>\n\n\n\n<li>Und der Vorgang beginnt von vorne.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Und hier treten dann auch die Herausforderungen auf:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Was sind neue oder ge\u00e4nderte Dateien auf dem Rechner? (1) Das Programm k\u00f6nnte sich bei jeder Datei merken, wann sie beim letzten Mal gepr\u00fcft wurde und an Hand des Datums unterscheiden. (2) Das Programm k\u00f6nnte sich bei jeder Datei merken, wann sie beim letzten Mal gepr\u00fcft wurde und wie der Inhalt war (eine Pr\u00fcfsumme) und an Hand des Inhalts der Datei entscheiden. (3) Das Betriebssystem k\u00f6nnte jede \u00c4nderung einer Datei dem Programm mitteilen.<br>(1) bedeutet, das Programm muss zyklisch alle Dateien, genauer die Metadaten ansehen und pr\u00fcfen, ob das Datum ge\u00e4ndert wurde. Das geht sogar &#8222;einigerma\u00dfen&#8220; schnell. Aber wechseln Sie einmal in eine Console Ihres Rechners, gehen ins Hauptverzeichnis und machen unter Windows ein &#8222;dir \/r&#8220;, unter Mac und Linux ein &#8222;ls -Rl&#8220;: das dauert doch seine Zeit.<br>(2) bedeutet, das Programm muss nicht nur zyklisch alle Metadaten ansehen, nein es muss die Daten komplett lesen und eine Pr\u00fcfsumme bilden. Das dauert &#8222;ewig&#8220;.<br>(3) bedeutet, dass das Betriebssystem mitspielen und \u00c4nderungen \u00fcberwachen muss. Klappt nicht immer, insbesondere treten Probleme nach einem Neustart etc. auf.<\/li>\n\n\n\n<li>Was ist, wenn tempor\u00e4r Internetprobleme auftreten? Wecken Sie Ihren Rechner aus dem Schlafmodus auf: Das Cloudprogramm arbeitet sofort wieder, doch die Netzwerkverbindung ist ggf. noch nicht wieder aktiv.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Metadaten und die Pr\u00fcfsummen werden der Cloud mitgeteilt und die ermittelt dann, ob eine Datei wirklich neu ist, welche anderen Dateien inzwischen aufgetaucht sind und teilt dies als Antwort dem lokalen Programm mit. Diese neuen und ge\u00e4nderten Dateien werden dann aus der Cloud angefordert.<br>Ihr Programm macht das mit allen Endger\u00e4ten und alle Endger\u00e4te aller Kunden, die der Anbieter versorgt machen das auch. Da kommen ganz sch\u00f6ne Datenmengen zusammen, die verarbeitet und \u00fcbertragen werden m\u00fcssen. Also nicht nur Ihr Rechner ist gut besch\u00e4ftigt, auch die Cloud-Server haben ganz sch\u00f6n was zu tun. Insbesondere dann, wenn Unvorhergesehenes passiert ist und die System wieder etwas neu aufbauen m\u00fcssen, bspw. haben Sie Ihren Rechner mitten in der Synchronisation zugeklappt, die Systeme sind also etwas inkonsistent.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wof\u00fcr war die Cloud gedacht<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Entwickler dachten die Cloud dazu, mehrere Ger\u00e4te synchron zu halten. Aber Zeit war nur sekund\u00e4r relevant. Kann eine Datei nicht hochgeladen werden, wird das sp\u00e4ter noch einmal versucht, ist aber nicht schlimm, wenn sie dann eine Zeitlang nicht in der Cloud ist und damit auch auf den anderen Ger\u00e4ten nicht heruntergeladen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Entwickler dachten an Fotos etc. von Privatpersonen, vom Smartphone aufs Pad auf den PC. Wir sprechen also von einer &#8222;\u00fcberschaubaren&#8220; Anzahl von Dateien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was wird erwartet<\/h2>\n\n\n\n<p>Erwartet wird, dass die Daten &#8211; und zwar alle &#8211; komplett und sofort \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die lokalen Cloud-Verzeichnisse werden als normale Arbeitsverzeichnisse genutzt &#8211; und hier speichern Office-Programme regul\u00e4r, als Schutz vor Abst\u00fcrzen, Zwischendateien ab, halten Programme Dateien offen, so dass auf diese Dateien nicht von anderen Programmen zugegriffen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und noch ein Problem<\/h2>\n\n\n\n<p>Egal in welcher IT-Welt, Windows, Linux, Mac, Sie heute zuhause sind: Die IT-Welt war am Anfang US-amerikanisch. Es gab den ASCII-Code (American Standard Code for Information Interchange). Urspr\u00fcnglich sieben Bits: Gro\u00dfbuchstaben, einige Sonderzeichen, einige Steuerzeichen. Namen hatten sich an dieses Muster zu halten. Schon damals hatten bestimmte Sonderzeichen besondere Bedeutungen. Und dann wurde diversifiiert. Umlaute, andere Zeichens\u00e4tze, die Zeichen wurden &#8222;unendlich&#8220; viel mehr. Doch die Altlasten blieben. Verschiedene Verzeichnisse werden unter Windows mit dem &#8222;Backslash&#8220; <code>\\<\/code>voneinander getrennt, unter Linux und Mac mit dem &#8222;Slash&#8220; &#8218;\/&#8216;. Unter Windows haben Dateien \u00fcblicherweise eine &#8222;Endung&#8220; aus drei Zeichen, Leerzeichen am Ende von Dateinamen sind mindestens un\u00fcblich, genauso wie viele Sonderzeichen in Dateinamen (Doppelpunkte, das &amp;-Symbol &#8230;). Und die Cloud-L\u00f6sungen m\u00fcssen auf allen Betriebssystemen arbeiten und zwischen verschiedenen Namen transparent konvertieren. Alles machbar &#8211; wenn die Entwickler an alle Eventualit\u00e4ten gedacht h\u00e4tten&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was wir erlebt haben<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Praxis haben wir erlebt<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>in der Cloud wurden mehrere 100.000 Dateien gehalten. Cloud-L\u00f6sungen wurden f\u00fcr diese Anzahl von Dateien nicht entwickelt. Bei diesen Anzahlen m\u00fcssen die Programme &#8222;zuviel rechnen&#8220; und kommen nicht hinterher.<\/li>\n\n\n\n<li>In der Cloud wurden TB-weise Daten gehalten. Auch hier sto\u00dfen die Cloud-L\u00f6sungen an Ihre Grenzen. Das Lesen eines TB an Daten dauert mit einer aktuellen SSD zwar lediglich ca. 1\/2 Stunde. Aber bedenken Sie, dass Sie nicht der einzige Cloud-Kunde sind: Rechenzentrumssysteme sind zwar schneller als Ihr lokaler PC und Ihre DSL-Anbindung, doch gekocht wird mit Wasser: Eine sehr gute Rechenzentrumsanbindung eines Servers ist 50 Gbit\/s. Wird diese Bandbreite komplett genutzt, m\u00fcssen die Server 50 Gigabyte pro Sekunden wegschreiben und \/ oder lesen. Haben Sie zuhause, ein Beispiel, DSL 100 mit 40 Mbit\/s Upload, dann f\u00fcllen 1.280 parallel arbeitende Kunden die Leitung des Cloud-Anbieters komplett aus. Seien wir ehrlich: 1.280 Kunden sind nicht so viele. Nun nutzen die die Cloud-Anbieter Systeme parallel, verteilen den Verkehr. Doch Engp\u00e4sse treten auf. Das f\u00fchrt dazu, dass Ihre lokale (DSL-) Bandbreite nicht genutzt werden kann. Das Herunterladen von 1 TB aus der Cloud dauert bei DSL-100 nicht die theoretisch m\u00f6glichen 22 Stunden und 13 Minuten, sondern mehrere Tage.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie die Cloud genutzt werden sollte<\/h2>\n\n\n\n<p>Einige Tips zur Cloud-Nutzung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nutzen Sie die Cloud so, wie sie gedacht wurde: F\u00fcr maximal ca. 100 GB und nur zum Austausch zwischen lokal verteilten Standorten, bei denen es nicht auf wenige Minuten ankommt, bis eine Datei synchronisiert ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn Sie an einem Standort sind und Dateien zwischen PCs etc. austauschen m\u00fcssen: Nutzen Sie klassische lokale Netzwerke, ein NAS, einen kleinen Server etc.<\/li>\n\n\n\n<li>Wenn Sie &#8222;eigentlich&#8220; an einem Standort sind, jedoch trotzdem gro\u00dfe Datenmengen synchron halten m\u00fcssen, weil Sie z. B. ihrem Laptop mitnehmen m\u00fcssen: \u00dcberlegen Sie die Nutzung lokal arbeitender Duplizierungsprogramme.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fragen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Haben Sie Fragen? <a href=\"https:\/\/www.imagmbh.de\/kontakt\">Kontaktieren Sie uns gerne<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Cloud&#8220;, hier eigentlich die Nutzung von Cloud-Speichern zur Synchronisation von Datenbest\u00e4nden, ist schon praktisch. Ein Foto, ein Dokument auf einem Endger\u00e4t erzeugt oder ver\u00e4ndert und &#8230; schwups &#8230; schon ist es auf allen anderen angeschlossenen Endger\u00e4ten. Das wird erwartet. Und in der Realit\u00e4t? 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