LWL (Glasfaser) haben gegenüber Kupferleitungen Vor- und Nachteile:

Vorteile

  • Die möglichen Datenübertragungsraten sind erheblich größer als bei Kupferkabeln.
  • Gerade bei höheren Datenübertragungsraten sind die möglichen Kabellängen bei Glasfaserkabeln erheblich größer als bei CAT-Kupferkabeln.
  • Die Kabel sind dünner als CAT-Kupferkabel.

Nachteile

  • LWL ist mechanisch empfindlicher: Die Biegeradien bei LWL-Kabeln sind üblicherweise größer als bei CAT-Verkabelung, es sind daher sowohl bei der Planung eine entsprechende Radien vorzusehen und bei der Verlegung ist darauf zu achten, dass die Glasfaserkabel während der Verkabelung nicht zu stark gebogen, gar geknickt werden.
  • LWL ist staubempfindlich. Glasfaserverkabelung, eigentlich die Anschlüsse, sind sehr staubempfindlich und fettempfindlich. Da Licht in die Kabel eingestrahlt wird, müssen die Enden staub- und fettfrei sein. Keinesfalls darf man bspw. mit dem Finger auf die Endfläche fassen und damit eine Fettschicht auflegen. Glasfaserkabel und Transceiver sind daher am Ende immer mit einer Schutzkappe versehen.
  • LWL ist daher schwer zu verlegen und anzuschließen.

Anschlussalternativen

Um Glasfaserkabel (LWL) zu nutzen und ggf anzuschließen gibt es in der Praxis drei Möglichkeiten:

  • Sie nehmen fertig mit Steckern konfektionierte Kabel.
    Die Problematik bei fertigen Kabeln ist die Verlegung, genauer gesagt die Verlegung der mechanisch recht großen Stecker durch dünne Verlegerohre und Kabelkanäle. Es passt einfach häufig nicht.
  • Sie bringen die Entstecker an den Glasfaserkabeln an. Hier besteht sowohl die Möglichkeit die Faserenden sauber mit entsprechendem Werkzeug zu senkrecht zu Faser zu polieren und eine Steckerhülle aufzukleben oder einen Stecker mit einer „optischen Gelfüllung“ zu verwenden, bei deren Verwendung die Politur nicht ganz so sauber erfolgen muss. Im ersten Fall es sehr große Sorgfalt notwendig, im weiten Fall kommt es zu erheblichen optischen Verlusten.
  • Sie nehmen fertig konfektionierte „Pigtails“, also Stecker mit fertig verbundener, kurzen Faser und schmelzen diese an das Verlegekabel an, das sogenannten Spleißen. Hierbei entfällt die Politurnotwendigkeit. Dafür wird entsprechendes, teures Speißwerkzeug benötigt.

Spleißen ist auch die einzige Möglichkeit, beschädigte, z. B. gebrochene LWL-Kabel wieder zu reparieren. Hierbei wird das beschädigte Stück einfach ausgetauscht und das Kabel wieder zusammengeschmolzen.

Vorsichtsmaßnahmen

Glasfaser sind, wie der Name sagt, extrem dünne Glasstäbe. Alle Kabel bestehen aus einem Kern von 9um (OS) über 50um (OM2-OM5) bis zu 62,5um (OM1), umgeben vom „Cladding“ (Mantel) mit einem Durchmesser von 125um. An der Schicht zwischen Kern und Cladding wird das Licht reflektiert. Der Mantel ist dann wieder mit einer Schutzschicht (Coating) umgeben, die dann wiederum von einer Isolation umgeben ist. Um Glasfaser zu spleißen, müssen alle Schichten bis auf die Cladding-Ebene entfernt werden, d. h. die Stabdicke beträgt 125um. Zum Vergleich: menschliches Haupthaar hat einen Durchmesserver von 20um bis 80um, also eine ähnliche Größenordnung. Nur: menschliches Haupthaar ist nicht so stabil, sticht nicht und vor allem: es löst sich im Körper im Gegensatz zu Glas auf.

Bei der Verarbeitung von Glasfaser ist also extreme Sauberkeit notwendig, alle abgeschnittenen Faserenden – und man muss zum Spleißen die Faserenden rechtwinklig abschneiden – sind sicher aufzufangen und zu entsorgen. Keinesfalls dürfen sie durch essen oder einatmen in den menschlichen Körper gelangen.

Wir spleißen für Sie

Wir verfügen über das notwendige Speißwerkzeug und Spleiß-Know-how. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Glasfaser verlegen oder „flicken“ müssen. Hierbei verarbeiten wir sowohl Multi-Mode- als auch Single-Mode-Kabel (OM- bzw. OS-Kabel, also OM1, OM2, OM3, OM4 und OM5 bzw. OS1 und OS2).

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Von Dr. Martin H. Ludwig

Dr. Martin H. Ludwig ist Geschäftsführer der ima GmbH, leidenschaftlicher IT-ler und Datenschutzexperte. Wenn er Zeit findet, schreibt er über IT-Probleme oder -Besonderheiten im Blog.

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