Dubiose Werbung wird immer dreister! Man kennt sie schon von zwielichtigen Anbietern von Adressverzeichnissen im Internet, von „Dienstleistern“ im Bereich Warenzeichenregistrierung etc. Doch heute kam ein „Angebot“ mit der Post, dass diese Masche auf Software überträgt – und uns eine Veröffentlichung wert ist:

Wenn wir also ein „Office, Win, 10 GER, CD, PRO“ benötigten… Aber leider ist uns die Neugierde, was sich dahinter verbergen könnte, dann doch keine 295,12 Euro wert.

Im Schreiben ist sogar eine Adresse angegeben – auf der angegebenen Webseite findet sich nichts von dem, was das Gesetz so erfordert. Impressum? Nicht vorhanden: Der Menüpunkt „Über“ ist leer. Und den Menüpunkt „Kontaktieren Sie uns“ kann man gar nicht erst anklicken. Dafür kann man ein „Microsoft Project 2010“ für 15.650,00 EUR kaufen:

Dieses „Angebot“ kam übrigens laut Absender von einem Postfach aus Schweden „OfficeMarkt 24, Poststugan 713, SE-211 65 Malmoe“ als offensichtliche Massendrucksache. Scheinbar lohnt es sich, solche Massensendungen rauszuschicken und darauf zu spekulieren, dass genügend Firmen darauf reinfallen.

Wenn sich also ein anderer Softwareanbieter von dieser Firma „OfficeMarkt 24 GmbH, Winterhuder Weg 29, 22085 Hamburg, Geschäftsführer Ulf Lindgren“, eingetragen im Handelsregister in Berlin-Charlottenburg,  in seinem Wettbewerb beeinträchtigt empfindet und gegen das Unternehmen vorgehen möchte: Melden Sie sich bei uns, wir haben das „Orignalangebot“ noch vorliegen.

Von Dr. Martin H. Ludwig

Dr. Martin H. Ludwig ist Geschäftsführer der ima GmbH, leidenschaftlicher IT-ler und Datenschutzexperte. Wenn er Zeit findet, schreibt er über IT-Probleme oder -Besonderheiten im Blog.

21 Gedanken zu „Kennen Sie „officemarkt24.com“? Nehmen Sie sich in Acht!“
  1. Auch wir haben so eine „Rechnung“ erhalten.
    Ich hab das mal an die Lokalredaktion unserer Zeitung weitergegeben.
    Meiner Meinung nach gehört hier sogar bundesweit darauf aufmerksam gemacht.

  2. Ja auch wir, Förderverein einer kleinen Grundschule, gegründet zum Wohle unserer Kinder, bekamen ein solches Schreiben. Schule> Multilingual dictionary???: der Zusammenhang liegt nahe. Wer da nicht richtig hinschaut und aufmerksam durchliest, kann schnell auf solche Sachen reinfallen. Das Papier ist es nicht wert, solch ein Blödsinn zu drucken. Ich hoffe nur innständig, dass OfficeMarkt24 nicht viele Leute in Ihr Netz gehen!
    300,00 € ist viel Geld!

  3. Wir haben ebenfalls heute dieses „Angebot“ voller Rechtschreibfehler bekommen. Es muss unbedingt mal etwas gegen diese Adress-Abzocker unternehmen.
    Ich kann doch auch nicht einfach in ein großes Geschäft reingehen, an der Kasse sagen, dass ich meine 295,12 € abholen möchte. Dann drauf hoffen, dass der/die Kassierer/in mir einfach das Geld gibt und mich aus dem Staub machen.

  4. Wir haben heute auch dieses Schreiben erhalten und die angegeben Tel-Nr. gewählt. Dort meldet sich nur ein AB. Dann haben wir es gleich an die IHK weitergeleitet.

  5. Hallo, auch wir haben dieses „Angebot“ erhalten. Ist schon faszinierend worauf die Leute so rein fallen. Auf jeden Fall muss sich das lohnen, auch wenn es rechtlich sehr bedenklich ist.

    Abgesehen von der tollen Bandansage (040/30187564), dem nicht erreichbaren Support (040/18198813) und den vielen Rechtschreibfehlern („unseren Angebote“, „Nettobedrag“, etc.), ist das echt der Hammer.

    Aber selbst das geht noch besser: Ruft man die Registerdaten des Amtsgerichts Charlottenburg ab, wird unter der Registernummer HRB 32117 die Firma „Trekon Bau GmbH GEsellschaft für Baukonstruktion“ angezeigt. Ob die auch etwas damit zu tun haben oder selbst nur Opfer sind, müssen andere feststellen.

  6. Jep, jetzt hab ich auch eine bekommen.
    Danke für diese Seite! Ich muss oft für Sachen unterschreiben, die ich selbst nicht beauftragt habe. Aber diese kam mir verdächtig vor. Da ha ich schnell gegoogelt und Dank Euch ein paar hundert EUR gespart! Danke!

  7. Wir haben heute die Antwort der Verbraucherschutzzentrale erhalten.

    Hier die Antwort:

    Sehr geehrter Herr Müller,

    das unsaubere Geschäft mit Offerten für Eintragungen in Verzeichnisse scheint sich nach wie vor zu lohnen. Immer wieder verschicken unseriöse Firmen solche Angebote, wie jetzt aktuell das Unternehmen „Office Markt 24“. Die Offerten sind immer wie Rechnungen gestaltet, die bezahlt werden müssen, obwohl es sich in Wirklichkeit um ein unverbindliches Angebot handelt. Dabei verstoßen diese Offerten regelmäßig gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und können abgemahnt werden. Da sich diese Schreiben jedoch überwiegend an Gewerbetreibende und Firmen richten, die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. aber satzungsgemäß nur für private Endverbraucher tätig werden darf, bitten wir Sie, sich an Ihre zuständige Kammer bzw. Ihren zuständigen Berufsverband oder an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, Landgrafenstr. 24 B, 61348 Bad Homburg (www.wettbewerbszentrale.de )zu wenden.
    Wir hoffen, dass es auf diesem Wege gelingt, das unseriöse Geschäftsgebaren zu stoppen.

  8. Auch wir haben dieses Schreiben heute erhalten.
    Strafanzeige gestellt und die Postbank Hamburg über Ihren dubiosen Kunden informiert, mit der Bitte, das Konto zu sperren.

    Das sollten unserer Meinung nach alle Betroffenen tun, denn je mehr sich beschweren, umso höher die Chance, daß den Betrügern das Handwerk gelegt wird und die Postbank das Konto kündigt

  9. Auch wir haben solch ein „Angebot“ erhalten. Meiner Meinung nach erfuellt die eindeutig den Tatbestand von Betrug. Eine Anzeige ist mir jedoch zu Aufwaendig. Habe das Schreiben nach telefonischer Kontaktaufnahme an die IHK Stuttgart weitergereicht.

  10. Haben heute (25.8.11) ein solches betrügerisches Angebot erhalten. Haben die angegebene Tel. angerufen – mit Bandansage, die auf Tel. Nr. 040/18198813. Hier meldet sich englischsprachig Officemarkt international. Wir haben die Nase voll und geben das an die Verbraucherzentrale Hessen.

  11. Auch wir haben heute ein Angebot/Rechnung bekommen für ein „Office, Win, 10 GER, CD, PRO“ was auch immer das ist. Wir sind nur ein kleiner Verein und knapp 300 Euro sind für uns ein Batzen Geld. Gott sei Dank sprechen wir miteinander, sodaß die Geschichte schnell aufgeflogen ist. Aber wenn jetzt schon an gemeinnützige Vereine und Schulen solche Fake Rechnungen geschickt werden, wo soll das hinführen. Ich versuche es mit der Akte auf RTL. Die bearbeiten ja gerne solche Fälle. Vielleicht wird es dadurch publik.

  12. Hallo, das ist bei uns auch gekommen. Wer legt diesen Betrügern endlich das Handwerk? Wenn jemand dagegen vorgehen möchte und auch das Original dazu braucht, dann stellen wir das ebenfalls gerne zur Verfügung.

  13. Auch wir haben dieses Schreiben bekommen und ich werde den Fall an die Verbraucherschutzzentrale in meinem Fall Baden-Württemberg weiterleiten (info@vz-bw.de). Wäre sicherlich gut wenn das neben mir noch einige andere tun würden.

  14. Hallo zusammen haben exakt die gleiche Rechnung bekommen jedoch mit anderer
    Aufrags- und Rechnungsnummer.
    Der Aufwand ist uns zu gross um gegen die Herrschaften vorzugehen.

  15. Dieses Angebot haben wir auch erhalten. Bei dem Angebot soll es sich um ein Multilingual dictionary handeln. Der Rechtschreibfehler oben rechts im Kästchen unterhalb des Datums lies mich etwas schmunzeln. Hat dort die CD mit geholfen?

  16. Schoen, direkt heute eine Bestaetigung dafuer zu finden, dass der Inhalt meiner Hauspost auch woanders fuer Kopfschuetteln gesorgt hat. Unverschaemt, so eine Pseudo-Rechnung auszustellen, zum Glueck haben wir das nicht ungeprueft an die Buchhaltung weitergegeben…

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