Nachdem es im zweiten Teil der Artikelserie um die Definition von Wertigkeit von Webseiten ging und um die “Relativtät”, werden nun die möglichen “Wertigkeitskriterien” betrachtet:

Wie könnte Google die subjektive Wertigkeit einer Webseite bestimmen – subjektiv in Bezug auf den konkret Suchenden? Zur Verfügung stehen Google hier folgende Kriterien:

Die manuelle Bewertung von Vergleichsseiten durch menschliche „Gutachter“ und die Analyse der Ähnlichkeit zu solchen Vergleichsseiten an Hand von syntaktischen und semantischen Kriterien. Hierbei muss es nicht um Vergleichsseiten der gleichen Begriffe gehen. Es können auch Analogieschlüsse gezogen werden, also z. B. von konkreten Begriffen abstrahiert werden.

Zur manuellen Bewertung von Seiten kommt die automatische Bewertung mittels des Benutzerverhaltens, welches mit Google-Analytics gemessen wird. Ausgehend davon, dass sich ein Besucher auf einer Seite, die ihm gut gefällt länger aufhält, werden Seiten, auf die Besucher von einer Google-Suche aus direkt anspringen, hinsichtlich der Suchbegriffe bewertet. Nun können wiederum andere Seiten mittels Ähnlichkeitsanalyse, wieder unter Anwendung der Abstraktion von konkreten Begriffen, mit den so gefundenen Musterseiten vergleichen und ebenfalls bewertet werden.

Mit diesen beiden Bewertungsmethoden ist eine automatisch Einordnung von beliebigen Seiten möglich. Die Nutzung des ersten Verfahrens ist sehr wahrscheinlich, die Aussagen von Google-Mitarbeitern im erwähnten Interview deuten darauf hin. Die Nutzung des zweiten Verfahrens ist meiner Ansicht nach eine logische Folgerung aus den Möglichkeiten von Google-Analytics. Wenn dieses Verfahren noch nicht eingesetzt werden sollte, so kann sicherlich davon ausgegangen werden, dass ein solches Verfahren kommt – vielleicht hätte ich es nicht hier schreiben sollen, sondern versuchen sollen, es zu patentieren 🙂 .

Der Vorteil beider aber insbesondere des zweiten Verfahrens liegt in der Ausbaufähigkeit in Bezug auf die Kopplung mit dem konkreten vergangenen Verhalten eines Benutzers. Aus der Kombination des konkreten Verweilverhaltens eines Besuchers und der Analyse der von ihm als – auf Grund des Verweilverhaltens – für wertig erachteten Webseiten und der Analogieschlüsse auf ähnliche Seiten, lassen sich themenspezifisch wertige Ergebnisseiten für diesen Besucher bei anderen Suchen ermitteln.

 

Im nächsten Teil geht es dann um die konkreten Auswirkungen für Ihre Webseiten.