Im ersten Teil hatte ich die Frage aufgeworfen, wie kann Google minderwertigen Inhalt von hochwertigem Inhalt unterscheiden. Bevor ich auf die dort dargestellten Möglichkeiten näher eingehe, sollten wir uns erst einmal selbst klar machen:

  • Was ist hochwertiger Inhalt?
  • Was ist minderwertiger Inhalt?

Jeder wird übereinstimmen: Die Begriffe „hochwertig“ und „minderwertig“ sind in Bezug auf Internetinhalte nicht absolut, sondern relativ zu sehen, relativ zum vom Internetsurfer gesuchten und gewünschten Inhalt. Und hierbei kommt es zum einen auf das Gesuchte an, wie ein einfaches Beispiel darstellt:

Wenn Sie wissen möchten, wann Ihr Bus fährt erwarten Sie eine ganz andere Seite, als wenn Sie sich über das Leben von John Lennon informieren möchten. Im ersten Fall wäre also eine kurze, schlichte, übersichtliche evtl. bilderlose Seite für Sie optimal, im zweiten Fall erwarten Sie mehr Text, evtl. Bilder, einfach mehr Inhalte.

Es kommt jedoch nicht nur darauf an,

  • was gesucht wird, sondern auch darauf,
  • wer etwas sucht, mit welchem Wissenshintergrund der Suchende arbeitet.

Eine junge Mutter, die sich über die Windpocken informieren möchte hat eine andere Motivation und andere Erwartungen als ein Mediziner, der sich zu dem Stichwort „Windpocken“ informieren möchte. Jetzt könnte man zwar argumentieren, dass die Information, die der Mediziner sucht, eher in medizinischen Fachzeitschriften zu finden sein wird, als im Internet – aber dazu kann man erwidern, dass sich die Fachzeitschriften zunehmend ebenfalls im Internet finden und warum soll der „arme“ Spezialist nicht auch im Internet zu seinem Spezialgebiet suchen dürfen?

Für eine Suchmaschine stellen sich also gleich zwei Fragen, die sie vor der Ergebnispräsentation bewerten muss:

  1. Die Frage nach der Zielsetzung und der (spezifischen) Kompetenz des Suchenden und
  2. die Frage der der Wertigkeit des Inhaltes vor dem Hintergrund der Antwort der ersten Frage.

In Bezug auf die zweite Frage, die nach der Wertigkeit des Inhaltes, hat es die Suchmaschine noch relativ einfach. Auf den Inhalt kann sie schließlich zugreifen.

Die erste Frage ist wesentlich schwerer zu beantworten, da sie über den Suchenden „relativ“ wenig weiß. Im Optimalfall (für die Suchmaschine) hat sich der Suchende bei der Maschine mit einem „Konto“ angemeldet. Auf diese Weise kann die Maschine bewerten, auch welchen Seiten der Suchende vorher wie lange verweilt hat und kann so seine Kompetenz zu gewissen Themengebieten auf Grund seines Vergangenheitsverhaltens einschätzen. Häufig hat die Maschine (zumindest zur Zeit noch, Google und Co. versuchen ja massiv, mehr Informationen über die Suchenden zu erfassen) jedoch nur die Suchanfrage als Basis und muss aus ihrer Komplexität folgern. Hierbei gilt, dass die Begriffskombinationen umso komplexer werden, je kompetenter ein Suchender in seinem Suchbereich ist.

Im nächsten Teil der Artikelserie werde ich dann mehr zu den „Wertigkeitskriterien“ schreiben.