Gerade las ich eine Anzeige der Firma Strato, in der eine “innovative und sichere Online-Festplatte” zu einem auf den ersten Blick interessanten Preis angeboten wird. Es wird in der Angebotsbeschreibung suggeriert, dieses Angebot eigne sich besonders als Backupsystem, schließlich wird eine Funktion “BackupControl” und die Software “Paragon Backup Recovery Suite SE” angeboten.

Doch wie sicher sind die Daten bei Strato wirklich? In der Produktbeschreibung findet sich keine Angabe über eine von Strato durchgeführte Datensicherung. Bei einem echten Backupsystem ist diese jedoch wichtig: Nicht umsonst macht man in der EDV seit Jahrzehnten Mehrgenerationensicherungen, falls ein Backupdatensatz z.B. auf Grund eines Medienversagens fehlerhaft ist.

In den AGB von Strato wird man jedoch fündig. Dort steht unter Punkt 4 (Pflichten des Kunden):

4.5 Der Kunde erstellt Sicherungskopien von allen Daten, die er auf STRATO Server überspielt, auf anderen Datenträgern, die nicht bei STRATO liegen. Im Fall eines Datenverlustes wird der Kunde die betreffenden Datenbestände nochmals unentgeltlich auf den Server der STRATO übertragen.

Läuft also etwas “schief” und die Systeme von Strato haben ein Problem, ist man als Kunde selbst verantwortlich, dass man ein weiteres Backup hat. Das Stratosystem ist also lediglich als “Zweitbackup” nutzbar. Dies ist umso bedenklicher, als dass Strato keinerlei Aussagen zur technischen Ausstattung seiner “Online-Festplatte” macht, man also als Kunde nicht beurteilen kann, ob diese zumindest über ein Raid-Array redundant ausgelegt sind.

Übrigens: In den Web-Hosting-Paketen von Strato wird ein Backupmechanismus beschrieben; ein Indiz mehr dafür, dass bei der Online-Festplatte kein Backupmechanismus vorhanden ist.

Fazit: Die Strato-Online-Festplatte ist schon auf Grund der AGB lediglich als “Backup des Backups” sinnvoll – als Backup für wichtige Daten daher nicht zu empfehlen.